Mit Konzertbericht | Stadthalle Offenbach | 07.02.2015

ALT-J

This is all yours – Tour

Samstagabend in Offenbach. Es erwartet uns eines von vier Konzerten von „Alt-J“ in Deutschland. Die Halle fasst 4000 Zuschauer und das Konzert ist seit Wochen komplett ausverkauft.

Dennoch füllt sich der Saal ab 18.30 Uhr nur langsam. Es sind zwei Support-Bands angekündigt. Vermutlich kommen die meisten lieber erst zum Hauptact. Das Publikum ist bunt gemischt, Kinder rennen aufgeregt durch den Saal, die Älteren haben sich Sitzplätze im hinteren Bereich gesichert.

Pünktlich um 19.30 Uhr betritt die junge Indie-Pop Band Gengahr aus London die Bühne. Support, naja, man erwartet nicht viel. Doch dann legt der Sänger los: mit androgyner hoher Stimme und Schlafzimmerblick verzaubert er das Publikum schon mit den ersten Tönen. Schade, dass es so schnell vorbei ist.

Nach kurzer Umbaupause dann der zweite Support: Wolf Alice, ebenfalls aus London, lassen es krachen. Es wird schrill, laut, rockig, schräg. Die sanften Töne sind wunderschön, doch schon schmettert es wieder so laut los, dass Ohrstöpsel unabdingbar sind.

Langsam füllt sich auch der Saal, denn um 21.30 Uhr kommen sie endlich: ALT-J aus Leeds, England. Ganz dunkel, in rotes Licht gehüllt, durchdringt die softe, warmherzige und außergewöhnlich einzigartige Stimme von Alt-J den Saal. Das Publikum ist ergriffen. Die erste Reihe filmt mit Smartphones, der erste Applaus ist bereits riesig. Eine gute Stunde darf man sich vom weichen, sehnsuchtsvollen und unverkennbaren Sound zwischen Postrock und Prog-Pop tragen lassen. Fast ein bisschen meditativ auch die kreative Beleuchtung, die oft nur Schattenrisse der Musiker erkennen lässt. Der leichte Dunst versteckter Kiffer umhüllt die Tiefe der Songs. Trotz der 4000 Fans wirkt das Ganze beinah so intim wie ein Clubkonzert.

Ganz zum Schluss dann als letzte Zugabe der große Hit „Breezeblocks“ – die Masse jubelt. Wunderschön klingt der lange Abend aus und ohne viele Worte, ohne große Show, sogar ohne Verbeugen verlässt die zauberhafte Band die Bühne und das Saallicht geht an. Nur zugeprostet hat der Sänger dem Publikum zum Abschied. Qualität hat eben kein Brimborium nötig.

  • Genre: Alternative Pop
  • Bandmitglieder:
    • Joe Newman – Gitarre, Gesang
    • Gus Unger-Hamilton – Keyboard
    • Cameron Knight – Bass, Gitarre
    • Thom Green – Schlagzeug
  • Heimat: Leeds
  • Fotografiert für die Fränkischen Nachrichten
  • Publikation: Fränkische Nachrichten (Bild und Text online und print)

 

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