Gibson Club | Frankfurt | 13.06.2017

Kiefer Sutherland

Not Enough Whiskey-Tour – Gibson Club Frankfurt – 13. Juni 2017

Der Einlass verzögert sich wegen des Soundchecks. Wir warten geduldig. Auf der Straße fragen uns Leute wer denn heute spiele und auf unser begeistertes „Kiefer Sutherland“ folgt ein erstauntes „Ach, der macht auch Musik?“ Man kennt ihn. Andere unterhalten sich über die letzten Staffeln von 24, wieder andere rätseln, wie alt er wohl ist. Ich selbst weiß, er ist 50, ich ich bin mit ihm groß geworden. Filme wie The Lost Boys, Stand by Me und Flatliners haben mich durch meine Jugend begleitet. Auch ich war perplex als ich sah, dass er ein Konzert in Frankfurt spielt. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und für stagr durfte ich dabei sein.

Nach allen Sicherheitsvorkehrungen sind wir also endlich im Club und für uns Fotografen kam auch gleich eine kurze Enttäuschung: Ein winziger Fotograben für sieben Fotografen und der Hinweis, wir dürften nur von der Seite fotografieren (Also 7 Fotografen auf 1 qm). Aber was soll’s, wir planen wie wir uns abwechseln können. Währenddessen läuft im Hintergrund recht passend Tom Waits, währen 500-600 Besucher in die Halle strömen. Man sieht sofort, es wird ein intimes Konzert für einen Star der Größe Kiefer Sutherlands.

Doch zunächst der Support: Die Kids of Adelaide, ehemalige Straßenmusiker aus Stuttgart hatten die Ehre. Es muss schon ein tolles Gefühl sein für Kiefer Sutherland eröffnen zu dürfen. Und sie haben voll Begeisterung und mit großherziger Unterstützung des Publikums mit ihren Country Songs mit Irish Folk Touch das Gibson gerockt. Schon beim 5. Song haben sie die Menge im Griff und alle singen kraftvoll mit. Beim 6. Song stehen sie unplugged inmitten des Publikums. Ein guter Beginn eines wunderbaren Abends.

Denn nach kurzer Umbaupause steht dann endlich der Mann vor uns, auf den wir alle gewartet haben: Kiefer Sutherland mit vier weiteren Musikern. Dachten wir zunächst er wolle vielleicht nicht fotografiert werden aufgrund der Regelungen, so wurden wir sofort eines Besseren belehrt: Das Licht was extrem fotografenfreundlich! Vermutlich wollte er sich also nicht etwa verstecken, sondern er wollte die Nähe zum Publikum wahren. Also weg war die anfängliche Enttäuschung, gleichzeitig stieg die Sympathie von der ersten Sekunde ins Unermessliche. Da steht ein wunderbar unaufgeregter, extrem lässiger, cooler Mann vor uns, der uns mit seiner Country-Musik und seiner warmen Stimme völlig in seinen Bann zieht.

Ich fühle mich umarmt. Er singt über den Tod einer geliebten Person und bittet uns, in einem solchen Fall Hilfe zu suchen, denn so einen Schlag könne man unmöglich allein stemmen. Im Anschluss gleich der Titelsong der Tour „Not enough Whiskey“, doch gleich drauf betont er, nicht alle seine Songs handelten von Alkohol und er stimmt eine Ode an Johnny Cash an, einen Song über einen Mann in der letzten Nacht vor Vollzug seiner Todesstrafe. Zwischendurch erzählt er uns, dass es immer sein Traum war, in Deutschland zu spielen und dass er damit gerade die Zeit seines Lebens habe.

Mich hat Kiefer Sutherland heute Abend tatsächlich tief berührt. Nicht nur ist es ein faszinierendes Gefühl jemanden vor der Nase zu haben, den man seit so vielen Jahren von der Leinwand kennt, nein, es war auch herzerwärmend wie sympathisch, demütig, ruhig er wirkt. Nach drei Songs müssen wir leider raus mit den Kameras und der Abend nimmt ein frühes Ende. Dennoch ist es ein wunderbares Gefühl mit seiner warmen Stimme im Nacken den Club zu verlassen und mit dem Zauber des Abends, ja dem Gefühl einer innigen Umarmung, in Ruhe die Heimreise anzutreten. Danke, dass ich das erleben durfte. Genau für solche Abende habe ich mit der Konzertfotografie angefangen.

  • Name: Kiefer William Frederick Dempsey George Rufus Sutherland
  • Genre: Country
  • Heimat: Kanada
  • Geboren: 21. Dezember 1966 in London
  • Fotografiert für Stagr
  • Setlist:
    • 1. Can’t Stay Away
    • 2. I’ll Do Anything
    • 3. Truth In Your Eyes
    • 4. Going Home
    • 5. Shirley Jean
    • 6. The Bottle Let Me Down (Merle Haggard cover)
    • 7. Saskatchewan
    • 8. Ways To Be Wicked
    • 9. Honey Bee (Tom Petty cover)
    • 10. All She Wrote
    • 11. Down In A Hole
    • Encore:
      12. Calling Out Your Name
      13. Sundown (Gordon Lightfoot cover)
      14. Knockin‘ on Heaven’s Door (Bob Dylan cover)
      15. Rebel Wind
  • Support: Kids of Adelaide

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