Oscar & The Wolf | Marmozets | Dub FX | Milky Chance | Florence + the Machine | Paul Kalkbrenner | Gengahr | Counting Crows | Angus & Julia Stone | Frittenbude | NOFX | Archive | Placebo | Somekindawonderful | 257ers | The Tallest Man on Earth | Chet Faker | George Ezra | Cro | Die Antwoord | K.I.Z | Marteria

Southside 2015

Neuhausen ob Eck | 19.-21.06.2015


Im Auftrag der Fränkischen Nachrichten durften wir über das Southside Festival berichten. Wir waren schon am Vorabend vor Ort, um uns zu orientieren und die Warm-up Party zu dokumentieren. Allerdings war alles dermaßen kalt, nass, matschig und einfach auch noch geschlossen, bzw. in den letzten Zügen des Aufbaus, dass wir recht schnell wieder ins warme Hotel geflüchtet sind und uns dort bei einem Longdrink auf die kommenden Tage eingestimmt haben. Hauptsache erst mal raus aus dem Alltag. Am nächsten Tag ging es dann endlich richtig los...

Das erste Konzert, das ich mir ausgesucht hatte, waren Oscar & The Wolf. Traumhafte Atmosphäre im Zelt, entspannte Musik, Lust zu knutschen in der Sonne. Leider war es dafür doch irgendwie zu kalt. Dennoch ganz klar mein Geheimtipp bzw. meine Neuentdeckung des Festivals.

Am ersten Tag gab es sogar noch ein bisschen Sonne...

Nach Oscar & The Wolf dann, ebenfalls im Zelt, die Marmozets. Was für ne schrille Rockröhre, die über die Bühne gefetzt ist wie nichts gutes, dabei wütend kreischend und voller Power. Es war das erste Mal, dass ich hysterische Männer im Publikum gesehen hab. Geiles Weib!

Meanwhile... auf dem Campingplatz...

Dann der unfassbare Dub FX, den ich vor einigen Jahren als Youtube-Megastar für mich entdeckt hatte. Live einfach nur großartig. Man steht mit offenem Mund da und ist völlig mitgerissen!

Am Nachmittag Milky Chance, das Folktronica-Duo aus Kassel, die mit ihrem Hit "Stolen Dance" durch die Decke gegangen sind. Kurz drauf auf Tour durch Nord-Amerika...

Dann ein Mörder-Headliner: Florence + The Machine! Eine zauberhafte Frau schwebt, fliegt, hüpft barfuß und beinah elfengleich über die Bühne, Wahnsinnslicht, Nebel, leuchtendes transparentes Outfit. Ein bisschen esoterisch... Ein Traum für Fotografen!

Scheiß auf Eiseskälte!

Zum Abschluss des ersten Tages dann Paul Kalkbrenner, perfekt um sich warm zu tanzen. Immerhin blieb es einigermaßen trocken.

Mein erstes Konzert am Samstag waren Gengahr, auf die ich mich schon SEHR gefreut hatte, nachdem ich sie als Support von Alt-J zum ersten Mal gesehen hatte. Ihr Song "Bathed in Light" hat mich förmlich umgehauen, lief seit dem ersten Hören auf meinem Handy rauf und runter. Die androgyne Stimme des Sängers passte so gar nicht zu seinem männlichen Äußeren, das mich noch dazu unheimlich an einen Freund erinnert. Tolle Mischung für mich. Bin begeistert und fand's schrecklich schade, dass nicht mehr Publikum aufgelaufen ist.

Eiskalt war es, die Bands mit Mützen und dicken Pullis auf der Bühne, so auch die Counting Crows. Viele Jahre hab ich sie in Dauerschleife gehört, ist allerdings schon ne Weile her. Legenden für mich persönlich! Deshalb habe ich nach den ersten drei fotografierten Songs schnell die Kamera weggebracht, mir einen Wodka-Lemon geholt und den Rest des Konzerts bis in mein tiefstes Inneres genossen. Das Leben kann so gut sein!

Angus & Julia Stone... Wer kennt sie nicht? Muss ich vermutlich nicht viel zu sagen...

Dann Frittenbude, endlich ne Band aus meinem geliebten Hause Audiolith. Und eine, die mir noch gefehlt hatte, in meiner Audiolith-Sammlung. Fotografisch nicht so wahnsinnig viel geboten, musikalisch/textlich dafür natürlich umso mehr. Feiner Elektro-Punk aus Berlin, natürlich gegen rechtsextreme Gewalt, wenn auch nicht so extrem antideutsch wie beispielsweise Egotronic.

Hm... Bewegung hilft gegen Kälte?

NOFX... US-amerikanische Punkrock- und Melodic-Hardcore-Band... Mal was anderes... Hat aber auch Spaß gemacht!

Ach, egal!

Bereits zum zweiten Mal meine heiß geliebten Archive! Hab schwer mit mir gekämpft, meine Vorteile im Fotograben nicht auszunutzen und mich irgendwie bemerkbar zu machen. Wie gern würd ich mit dieser zauberhaften Band in Kontakt kommen! Die Band aus London vereint Trip-Hop, Post- und Indie-Rock und kommt mit traumhaften Tönen und teilweise depressiven, wütenden Texten daher. Wunderbare Stimmungskombination und für mich jedes Mal eine ganz andere Welt!

Zum Abschluss meines zweiten Tages habe ich mir Placebo ausgesucht, die ich schon auf dem Rock'n Heim 2014 fotografiert hatte. Sind aber locker toll genug, um jede Gelegenheit zu nutzen!

AAAAAHHHHHH, ein EINHORN!!!!!

Letzter Tag... Gut, wegen der Erschöpfung! Scheiße, weil keiner zurück in den Alltag will... Den Tag hab ich mit Somekindawonderful begonnen, leider zu dunkel, aber echt coole Jungs!

Die 257ers waren jetzt nicht so direkt mein Ding, ist Hip Hop generell nicht so, aber sie haben eine lustige Kindergartenshow hingelegt, mit Rutsche und Schaukeln und öhm, explicit language :D

Total Glück gehabt! Nach den drei ersten Songs der 257ers bin ich kurz backstage und dann mit der Kamera wieder an der Bühne vorbeigelaufen, genau in DEM Moment, in dem die Schaumkanone abging. Geile Idee!

Dann The Tallest Man on Earth. Vielleicht müdigkeitsbedingt, jedenfalls hat er mich nicht wirklich gekriegt. Aber ganz easy zu fotografieren...

Natürlich wollte ich UNBEDINGT Chet Faker fotografieren, den ich zuhause auch einfach wirklich viel höre! Leider war das praktisch unmöglich, denn so wunderbar und schön die Musik, so dunkel und neblig die Bühne. Fast als wollte er nicht fotografiert werden. Ziemlich enttäuscht habe ich dann mit mir gerungen, ob ich mir wenigstens das Konzert anhöre, oder ob ich versuche, den parallel spielenden George Ezra zu fotografieren. Bin dann zu Ezra...

... Also schnell zur anderen Bühne gehetzt. Für Fotograben war es leider zu spät, aber dann eben wenigstens so. Damit George Ezra dabei ist. Weil er's wert ist. Weil "Budapest" Erinnerungen weckt...

Kurz vor Cro kann die Security mal Pause machen... Und sich von den Mädels in der ersten Reihe massieren lassen... Und... naja, einfach gut drauf sein. Tolle Security auf einem tollen, entspannten Festival. Hamwa auch schon anders erlebt...

Kurz vor Cro wurden wir Fotografen darauf hingewiesen, dass wir im Fotograben, dessen ungewohnte Form uns schon das ganze Festival über gewundert hatte, nur bis zu einem bestimmten Punkt (sehr weit weg von der Bühne, auf max. 2 Meter Breite) dürften. Damit keiner dem Mann unter die Maske fotografieren kann. War ziemlich eng, hat ziemlich genervt, bin ziemlich schnell freiwillig aus dem Graben.

Pünktlich zu einem weiteren meiner Highlights kam sogar mal die Sonne raus!

Dann endlich: Die Antwoord! Beim Rock'n Heim waren sie, bzw. Ninja, komplett aggressiv und tough gewesen. Ich dachte, naja, das ist halt deren Image und gehört zur Show. Umso überraschter war ich, als er dieses Mal zärtlich zu Yo-Landi war, gelacht und von einem Ohr zum anderen gestrahlt hat. Also doch ehrliche Stimmungssache :D

Kreativität gegen Kälte... Auch gern gesehen: mit Gaffa Tape um den Körper geklebte Rettungsdecken...

Bezüglich des angekündigten geheimen Headliners wurde schon am Vortag gemunkelt, dass es K.I.Z seien und so war es dann auch. Die meisten haben sich schrecklich gefreut, nur ich bin halt leider nicht so ein Hip Hop Fan. Aber inhaltlich sind die Jungs schon ziemlich toll.

Süß halt...

Abschlusskonzert war für uns Marteria. Hübscher Rapper, aber bei mir war die Luft raus. Sind dann zu seiner Musik langsam und mit letzter Kraft zum Auto gehumpelt. Ist immer ein recht emotionaler Moment, der Weg zum Auto am Ende eines Festivals. Schön war's! Aber jetzt braucht's erst mal Schlaf. Viel Schlaf.